Höhlenmalerei  in Laas Geel, Somalia  4000 bis 3000 vor Chr.    (Quelle Abdulla Geelah - English Wikipedia)

Die ältesten Malereien sind immer mit den Farben der Erde gemalt worden. Etwas Kreide für ein Weiß und Kohle für Schwarz, und ganz von selbst ergaben diese meist warmen Töne wunderbare Harmonien und Farbklänge. Auch über Jahrtausende hinweg werden wir davon bezaubert und können ganz einfach an diese Faszination anknüpfen. Noch immer werden in vielen Gegenden der Erde diese Erdpigmente  gewonnen. Die australischen Arborigenes verwenden sie noch heute ganz pur für Felsbilder.

Fünftausend Jahre später ist die Anwendung der gleichen Pigmente weiter ausgereift:

                                                                                 P.Bruegel der Ältere: Triumph des Todes, um 1564

In der hochentwickelten Malerei der letzten Jahrhunderte verloren die Erdfarben keineswegs an Bedeutung, sondern wurden mit großer Virtuosität weiterhin verwendet. Man begann in Schichten zu malen, die ein feines Modellieren der Farbübergänge ermöglichte. Der gestalterische Vorteil, immer schon einen angenehmen Gesamtklang im Bild zu haben, wurde hier ganz bewußt eingesetzt und weiterentwickelt. In Breughels und auch Rembrandts Bildern ist diese Wirkung bis heute sehr eindrucksvoll erfahrbar.

Natürlich hat sich dieser Reichtum auch heute noch nicht erschöpft und kann in Bildfindungen unserer Zeit neue Entfaltung finden.

Vielleicht ist es dabei auch von Vorteil, nicht immer die unendliche Vielfalt synthetischer Farben auf die Palette zu nehmen, sondern wieder zu dem Einfachen zurückzufinden. Manchmal ist weniger mehr.